Wie sorgt das Wollgras für guten Schlaf? Wo speichert das Moor viel Wasser? Wie kam der Ziegenmelker zu seinem Namen? – Wer mit Paul Klingenberg und Karl Löckener im Recker Moor unterwegs war, kennt die Antworten!
Die beiden Naturfreunde und Mitglieder der Grünen Ibbenbüren führten rund 20 Teilnehmende durch das geschützte Hochmoorgebiet. Anschaulich erklärten sie, warum es so schwer ist, diesen Naturraum wieder in seinen alten Zustand zu bringen, das heißt, ihn zu vernässen.
Denn nur auf nassem Grund gedeiht das Wollgras, mit dem sich die armen Leute früher die Kissen füllten. Es wächst in Nachbarschaft zum Torfmoos, das wie ein Schwamm etwa das 30-fache seines Trockengewichts an Wasser speichern kann. Und nur in einem Schutzgebiet ohne störende Einflüsse lässt sich vielleicht der Ziegenmelker wieder blicken. So nannten die Bauern früher diese nachtaktive Schwalbe, die in der Dämmerung gern Ziegen und andere Nutztiere umfliegt auf der Suche nach Insekten.
Mit Spektiv und Ferngläsern beobachteten die Teilnehmenden landende Kraniche und entdeckten singende Blaukehlchen in Baumspitzen. Zugleich erlebten sie die besondere Stimmung im frühlingshaften Moor. Und entwickelten Verständnis für seine Bedeutung für die Artenvielfalt. Es gilt als eines der am besten erhaltenen Moorgebiete in Nordrhein-Westfalen. Deshalb will der Kreis die Wiedervernässung und Renaturierung weiter vorantreiben.