Unsere Reaktion auf den IVZ-Artikel vom 17.5.2023
21.05.2023
Es packt einen das nackte Grauen bei dem, was unter dem Titel: “Der Mühlenteich soll schöner werden“ mit einem Etat von 600.000 € verschlimmbessert werden soll.
1. Es wird ausgeräumt! Sträucher, niedriger Baumbestand und sonstiges „Unkraut“ kommt weg. Rückzugsorte für Vögel und Amphibien werden radikal „gelichtet“.
2. Wege werden ausgekoffert, um sie zu asphaltieren, dabei muss auch der ein oder andere Baum weichen. Einschub:
- Am Wochenende war ich in Berlin im Tiergarten. Dort laufen Jung und Alt allein oder mit Rollator/Rollstuhl/Kinderwagen auf wassergebundenen Wegen durch naturnahe, waldähnliche Grünanlagen. Kaum eine Spur menschlicher Eingriffe.
Die These, man könne Barrierefreiheit nur durch Asphaltierung herstellen, halten wir in diesem Zusammenhang für mindestens sehr gewagt.-
3. Der Mühlenteich, als kleiner Teich, war recht zugewachsen und es tummelten sich dort Enten und gelegentlich Reiher; dort am Mühlenteich zu angeln wirkt/e aber irgendwie absurd, schon weil nebenan an der Fischtreppe gerade massenweise Fische sterben, auf die man beim Anheben des Aasee-Niveaus leider nicht geachtet hat. Der Teich wird nun ausgeräumt und zudem mit zwei Stegen für Angler verbaut.
So etwas nennt man dann ökologisch.
4. Was soll in diesem Zusammenhang ein großer leerer geschotterter Platz? Diese wassergebundene befestigte Fläche am Ostufer ist viel zu groß, die Anzahl der Sitzmöglichkeiten unverhältnismäßig.
Im Vorfeld der jetzigen Landschaftsbaumaßnahmen hatte es wichtige Hinweise von Ibbenbürener Bürgern gegeben, wie der Mühlenteich ökologisch sinnvoll gestaltet werden könnte: ohne Sichtachsen zur Münster-Straße, aber mit Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Ohne Steg, aber mit wertvollem Lebensraum für Wassertiere. Ohne Fuß- und Radweg am Nordufer direkt am See. Ohne Asphalt. Ohne Baumfällungen. Mit natürlichem Bewuchs. Das hätte tatsächlich ein wertvolles ökologisches Erlebnis werden können. Schade!“
Konkrete Vorschläge für ein ökologisches Erlebnis sind folgende:
- wassergebundene Schotterdecke anstatt Asphaltweg
- Sträucher pflanzen für Kleinvögel anstatt Bäume zu fällen
- keine Stege, da sie Unruhe für die Wassertiere und Vögel bedeuten
- und die Fischtreppe am Aasee wieder funktionstüchtig machen
Letztlich muss es Aufgabe der Stadtplanung sein, Ökologie und Nahraumerholung gemeinsam zu entwickeln. Dies scheint auch schon seit einiger Zeit das Interesse der Ibbenbürener Bürger zu sein.
Wie auch der Artikel des Nabu deutlich beschreibt, geht um Vereinbarkeit und nicht um Abwägen auf Kosten einer Seite. Da haben die Ibbenbürener wohl etwas verstanden, was bei der Stadtplanung und -verwaltung noch nicht angekommen ist.