Tierschutz – wichtiger Baustein unserer Gesellschaft

Eindruck vom Tierschutz Event

Verschiedene Tierschutzvereine sind unserer Einladung gefolgt und haben die Gelegenheit genutzt, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Das Ergebnis war ein informativer und kurzweiliger Nachmittag – mit veganen Kuchen und Snacks, die zeigten, dass Tierschutz auch lecker sein kann.

Sven Aulemeyer von den Grünen machte in seiner Begrüßung deutlich, dass Tierschutz weit mehr umfasst als den Schutz von Haustieren. Tiere in Laboren, Zirkussen, im Leistungssport – und vor allem in der kommerziellen Landwirtschaft. Sein Fazit war deutlich: Das Problem ist strukturell. Die geltenden Richtlinien für die verschiedenen Haltungsformen verhindern Tierleid nicht. Tiere in der Haltungsform „Bio“ sind im Durchschnitt nur 1% gesünder als in Haltungsform 1 – messbar daran, dass bestimmte Krankheiten fast ausschließlich in kommerzieller Haltung auftreten. Das Label „Tierwohl“ auf Supermarktverpackungen ist damit wenig mehr als eine Täuschung.

Die Helfer für Tiere in Not e.V. betreiben ein Netzwerk aus Pflegestellen für tierliche Notfälle – von ausgesetzten Haustieren bis hin zu Wildtieren. Wie häufig Wildtiere Hilfe benötigen, wird oft unterschätzt. Straßenverkehr, Mähroboter, Wetterextreme und Lebensraumverlust setzen ihnen zunehmend zu. Die Helfer für Tiere in Not kümmern sich und wildern so viele Tiere wie möglich wieder aus.

Ähnliches berichtet der Tierschutzverein Ibbenbüren und Umgebung e.V. Besonders auffällig: Die Kastrationspflicht für Katzen, seit 2001 gesetzlich verankert, ist bei vielen Katzenbesitzenden noch immer nicht angekommen – mit der Folge, dass Tierheime dauerhaft überlastet sind. Der Verein versucht so gut es geht zu unterstützen, steht aber vor einem weiteren Problem: Die Räumlichkeiten für ihre Quarantänestation müssen in naher Zukunft aufgegeben werden. Eine Nachfolgelösung wird dringend gesucht.

Dass Tierversuche wissenschaftlich kaum zu rechtfertigen sind, machten die Ärzte gegen Tierversuche e.V. deutlich. 90% der an Tieren getesteten Medikamente scheitern in der anschließenden klinischen Studie am Menschen – die biologischen Unterschiede sind schlicht zu groß. Contergan verursachte bei Mäusen keine Missbildungen, Paracetamol ist für Katzen giftig. Alternativen wie Computermodelle, Multiorgan-Chips oder Zellkulturen wären längst verfügbar.

Nestwerk Münsterland e.V. setzt auf Hilfe zur Selbsthilfe: Beratung in Notfällen, Schulungen, Artikel zur artgerechten Tierhaltung und ein Netzwerk für Tierhaltende, die sich bei Pflege und Unterbringung gegenseitig unterstützen. Außerdem unterstützen sie regionale Tierschutzprojekte und fördern die Kooperation der Vereine untereinander.

Was alle Vereine verbindet: Sie brauchen Unterstützung – verlässliche finanzielle Mittel, ehrenamtliche Mitarbeit und gesellschaftliche wie politische Rückendeckung. Wir freuen uns, dass wir an diesem Nachmittag ein wenig dazu beitragen konnten, ihre Arbeit sichtbarer zu machen – und hoffen, das auch in Zukunft tun zu können.

Christian Nitsche bei MACH MAL…