Fachkräfte und Integration

Eindruck von der Veranstaltung Aktuelles Fachkräfte und Integration
Das Podium mit Hermann Berentelg, Frank Tischner, Stefan Kulozik, Ministerin Josefine Paul, Kunsthrum Qoraj und Phipp Meck.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Integrationshilfe und Wirtschaft

Ein Saal voller Engagement!

Betriebe in der Region suchen dringend Fachkräfte, gleichzeitig warten Geflüchtete sehnsüchtig auf eine Arbeitserlaubnis. Um einen Ausweg aus diesem Dilemma ging es bei der Podiumsdiskussion am 3. November im Blickpunkt. Hier war eins von Anfang an spürbar: Integration gelingt nur gemeinsam – mit Herz, Verstand und der Bereitschaft, alte Denkmuster zu hinterfragen.

Barbara Kurlemann (ehemalige Geschäftsführerin des SkF Ibbenbüren) führte mit großem Einfühlungsvermögen durch den Abend, an dem engagiert diskutiert und oft applaudiert wurde.

Das Podium startete mit deutlichen Statements

Josefine Paul (NRW-Landesministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration): „Defizitorientierung verstellt den Blick auf das, was schon gelungen ist!“

Stefan Kulozik (Abteilungsleiter im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales): „In dieser paradoxen Situation – hoher Fachkräftebedarf, Stellenkürzungen und Geflüchtete ohne Arbeitserlaubnis – ist die Königsdisziplin gefragt, alles richtig zusammenzubringen.“

Frank Tischner (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf: „Wir haben keinen Fachkräftemangel, sondern Fachkräftebedarf!“

Hermann Berentelg (Geschäftsführer der ABC-Klinkergruppe, Recke): „Boomer gehen – neue Fachkräfte braucht das Land. Bei ABC Klinker arbeiten Menschen aus 30 Nationen!“

Kushtrim Qoraj (Integrationsarbeit im Stadt- und Sportbereich): „Im Klinikum Ibbenbüren haben wir ein wunderbares Krankenhausbild. Hier zeigt sich gelebte Integration: Menschen vieler Nationen arbeiten Seite an Seite.“

Philipp Meck (Integrationsagentur im Begegnungszentrum Ibbenbüren): „Unsere Aufgabe ist die Beratung aller Menschen, die zu uns kommen. Leider oft ein Kampf – für Betroffene, Haupt- und Ehrenamtliche.“

Auch das Publikum brachte wertvolle Erfahrungen ein – aus Ehrenamt, Beruf und persönlicher Fluchtgeschichte:

  • Warum werden Geflüchtete mit Ausbildungspotenzial nicht stärker gefördert?
  • Wie kann das Land gegensteuern, wenn der Bund bei Sprachkursen spart?
  • Warum bleibt das Ausländerrecht so kompliziert – und wer spricht auf den Ämtern eigentlich Englisch?

Das ökumenische Organisationsteam mit Aktiven in der Flüchtlingsarbeit und Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen sowie CDU freute sich über die vielen engagierten Zuhörerinnen und Zuhörer. Die Botschaft des Abends: Deutschland ist ein Einwanderungsland – und Integration braucht bessere Rahmenbedingungen, pragmatische Lösungen und Menschlichkeit.