Förster Berkemeier referiert: Nach dem Fichtensterben folgen hier Eichenpflanzungen

Waldführung im Teuto mit Förster Berkemeier
Festes Schuhwerk benötigten die rund 20 Teilnehmenden der Waldführung mit dem Förster Georg Berkemeier. Sie waren der Einladung der Ibbenbürener Grünen gefolgt und hatten bei der Führung einige Unwegsamkeiten zu bewältigen. Als Belohnung konnte der Wald auch abseits der Hauptwanderwege erfahren werden.
Im Ganzen ist Forstwirtschaft ein Miteinander von Nutzfunktion, Umweltschutz und soziokultureller Funktion, was uns spätestens seit Corona sehr bewusst geworden ist.
Aber wie ist der Wald eigentlich entstanden? Spannend und humorvoll erzählte und erklärte Georg Berkemeier die geschichtlichen Hintergründe der Waldwirtschaft.
Schon Anfang des 18. Jahrhunderts formulierte Carl von Carlowitz den Gedanken der Nachhaltigkeit. Alfred Möller, Professor an der Forstakademie in Ebertswalde Anfang des 20. Jahrhunderts, meinte, dass nur ein Mischwald auf Dauer Bestand haben könne. Er nannte es „Dauerwald“. Auch Wiederaufforstung war schon lange ein Thema, denn die Bauern wussten bereits vor über 100 Jahren, dass sie für einen gefällten Baum sechs neue pflanzen sollten.
Natürlich war das Fichtensterben DAS große Thema. Herr Berkemeier referierte, warum Fichten früher in Monokultur angebaut wurden und über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Wiederaufforstung. Es wurden verschiedene Baumarten erläutert wie Eichen, Buchen, Esskastanien und Douglasien. Die Kiefer scheint der Nadelbaum der Zukunft in unserer Gegend zu sein, da sie der Trockenheit besser trotzt als die Fichte.
Wir Menschen sind mit unserem Wissen über den Wald noch ganz am Anfang und können und müssen weiterhin viel lernen. Unser Wald entwickelt sich allerdings sehr langsam: 1 ha Wald enthält in NRW ca. 300 Festmeter; der Zuwachs im Jahr ca. 9 Fm. Dass diese Zahl so gering ist, erstaunte doch einige in der Runde.
Viele Fragen hatten die neugierigen Bürger*innen: Gibt es noch Urwälder in Deutschland (nein), ist die Robinie eine Alternative (schwierig) und kann man sich freiwillig zur Pflanzung melden (natürlich)?
Aber auch, wie hoch die Kosten für die Pflanzung von 1 ha Wald sind, wann die Waldbrandgefahr am höchsten ist und wem die Wälder eigentlich gehören, erfuhren die Teilnehmenden.
Herr Berkemeier beantwortete alle Fragen gerne und ausführlich. Er hatte sichtlich Freude an der Waldführung, was die Gruppe widerspiegelte.
Nach 2,5 Stunden bedankte sich Svea Nitsche von den Grünen herzlich mit einem kleinen Präsent bei Herrn Berkemeier.