Grüne Ratsfrau Svea Nitsche hospitierte bei der Caritas im Altenwohnhaus in Ibbenbüren
Svea Nitsche, Doris Ottenhaus, Annegret Brockschmidt und Maik Feldmann
Hospitation Altenwohnhaus
Svea Nitsche ist seit 2020 Ratsfrau für die Grünen im Rat der Stadt Ibbenbüren und Vorsitzende des Sozialausschusses. Vom 29. bis 30.12.2021 hospitierte sie bei derCaritas im Altenwohnhaus in Ibbenbüren.
Daniela Tietmeyer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, hat sie in einem Interview nach ihren Erlebnissen befragt:
Was hat Dich auf die Idee gebracht, ein freiwilliges Praktikum in einem Altenheim zu machen?
Als Vorsitzende des Sozialausschusses und Mitglied des Senior*innen-Beirats wollte ich hautnah den Tagesablauf in einem Altenheim kennenlernen.
Maik Feldmann, Vorsitzender des Senior*innen-Beirats und Haus- und Pflegedienstleiter des Caritas-Altenwohnhauses in der Synagogenstraße in Ibbenbüren, hat meine Idee sofort unterstützt und wir konnten einen Termin im Dezember 2021 vereinbaren.
Welche Bereiche wolltest Du kennenlernen?
Mir war sehr wichtig, mehr von der Situation der Pflegenden, aber eben auch der Bewohner*innen zu erfahren. Am ersten Tag durfte ich Annegret Brockschmidt, soziale Betreuerin des Altenwohnhauses, begleiten. Sie führte mich durch das ganze Haus. Begeistert war ich von der Küche des Hauses, hier wird täglich frisch Essen zubereitet.
Eine Friseurin bzw. ein Friseur tragen zum Wohlbefinden der Bewohner*innen bei. Beschäftigungs- bzw. Freizeitangebote, wie zum Beispiel Klangschalentherapie, Ausflüge oder auch Fingergymnastik bringen Abwechslung in den Alltag der Senior*innen. Besonders beliebt ist übrigens Bingo!
Was hat Dich beeindruckt?
Die sehr warme Atmosphäre und der Respekt gegenüber den Senior*innen, aber auch unter den Mitarbeiter*innen. Außerdem habe ich die Vorsitzende des Heimbeirats kennengelernt. Dieser Beirat trifft sich regelmäßig. Er nimmt Anliegen der Bewohner*innen entgegen und leitet diese gegebenenfalls an die Pflegedienstleitung weiter.
Was nimmst Du mit aus Deiner Hospitation?
Eine neue, andere Wahrnehmung des „Alterns“. Zum Beispiel war ich immer versucht, dem/r Bewohner*in zu helfen, die Tür zu öffnen oder Kaffee einzuschenken, schnell habe ich aber gemerkt, dass es sehr wichtig ist, mit Ruhe und Geduld erstmal zu schauen, ob der/die Senior*in es selbst hinbekommt. In einem Altenwohnhaus muss man den Zeiteinsatz für Tätigkeiten ganz anders betrachten. „Schnell, schnell“ ist hier keine Option. Diese Erfahrung hat sehr gutgetan.
Welche Impulse hast Du für Deine Arbeit im Sozialausschuss bekommen?
Der demografische Wandel wird auch unsere Stadt Ibbenbüren noch sehr fordern. Das Caritas Altenwohnhaus, wie sicherlich auch die anderen Altenheime in Ibbenbüren, sind gute Wohnmöglichkeiten, wenn ich alt bin und Hilfe im Alltag benötige.
Aber wird gerade für die geburtenstarke Generation genügend Platz in diesen Wohnformen vorhanden sein? Die Wartelisten der Altenheime sind schon heute sehr lang. Wie bekommen wir den Pflegenotstand in den Griff? Wie kann ich möglichst lange unabhängig leben? Wir müssen auf viele Fragen Antworten finden. Das kann nur gemeinsam gelingen. Und die Politik sollte genau wissen, worum es geht. Das geht am besten mit eigener Anschauung.