Wenn der Hummelschweber schießt
Überraschende Fakten beim Wildbienen-Vortrag von Werner Meyknecht
Werner Meyknecht hatte beim Wildbienen-Vortrag im Heimathaus überraschende und amüsante Fakten für seine Zuhörer*innen parat. In Naturschützerkreisen ist der Wildbienenfreund bekannt und geschätzt. Zu dem Vortrag, der von den Ibbenbürener Grünen organisiert worden war, kamen deshalb zahlreiche Interessierte. Werner Meyknecht begann beim aktuellen Stand und den Gründen für das Artensterben. Unter anderem führe der Klimawandel zu einer Verschiebung von Schlüpfzeiten und Blühzeiten der Nahrungspflanzen. Dies könne dazu führen, dass die frühen Insekten noch keine Nahrung finden. Von den ca. 580 Wildbienen-Arten sind 50 % stark gefährdet, 10 % sogar bereits ausgestorben.
Oligolektische Wildbienen, also Arten, die sich auf wenige oder auch nur auf eine Pflanze als Futterquelle spezialisiert haben, haben es besonders schwer. Um die Honigbiene kümmere sich hervorragend die/der Imker*in. Um die Wildbienen kümmere sich bisher kaum jemand. Dabei hätten gerade sie große Probleme, noch genug Nektar und Pollen zu bekommen. Verschärft wird das Problem, wenn die Honigbienendichte hoch ist. Werner Meyknecht erklärte dies ganz plastisch mit einem Buffet, das von einem „Schwarm“ Fußballfans geplündert wird, während die Honigbienen-Mami gerade versucht, den Teller für ihren wählerischen Nachwuchs mit den von ihnen bevorzugten Speisen zu füllen.
Immer wieder ließ Werner Meyknecht solche Erzählungen über die Verhaltensweisen bestimmter Insekten einfließen, darunter die sehr spezielle Eiablage des Wollschwebers. Diese Fliegenart „schießt“ ihre Eier in die Röhren der Wildbienen und beeinträchtigt damit deren Fortpflanzung.
Ein Punkt war Werner Meyknecht besonders wichtig: „Mit Nisthilfen allein ist es nicht getan. Wir müssen an die stark gefährdeten, bodennistenden Wildbienen denken.“ Das sind etwa 75% der Wildbienen. Ihnen fehlt der Lebensraum, z.B. sandige Bodenstellen mit wenig Bewuchs. „Dazu kann aber jeder beitragen. Zum Beispiel mit Sandarien, die auch in einem Blumentopf, gefüllt mit lehmhaltigem Sand, angelegt werden können. Wer mehr Platz hat, kann natürlich auch im Garten eine Stelle dafür vorsehen. Totholz, Steinhaufen und wilde Ecken im Garten helfen auch anderen Insekten. Sie sind die Nahrungsgrundlage für viele weitere Lebewesen und letztendlich auch für uns.“
Er appellierte an die Gartenbesitzer, im Herbst nicht alles abzuschneiden und wegzuräumen. Ebenso sollte in jedem Garten dringend ein Blühangebot von Februar bis in den November vorhanden sein.
Eine tolle Überraschung waren die Nisthilfen, die Daniela Tietmeyer organisiert hatte. Dank der Bezuschussung durch die Grünen Ibbenbüren und den Kreis Steinfurt konnten die von Werner Meyknecht entworfenen und gebauten Nisthilfen an die Teilnehmenden verschenkt werden. Dazu gab es noch reichlich Infomaterial. Für seinen kurzweiligen Vortrag erhielt „Wildbienen-Werner“, wie er von einem Teilnehmer scherzhaft genannt wurde, einen langen Applaus.